Ein Gartentag, zwei neue Pflanzen und die Suche nach einem Baum
In „Aus Sarahs Garten“ erzähle ich von meinem ersten eigenen Gartenprojekt: nicht chronologisch, nicht perfekt sortiert, sondern anhand der Erfahrungen, Irrtümer und kleinen Erkenntnisse, die zwischen Sanierung, Alltag und Gartenträumen entstanden sind.
Am vergangenen Samstag war Gartentag bei der Gartenzentrale Appel in Darmstadt – und ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mit einer ziemlich klaren Mission dorthin zu fahren.
Und weil ich die Gartenzentrale hier so ausdrücklich erwähne: Dieser Beitrag ist nicht gesponsert, und es gibt keine Kooperation. Alles, was an diesem Tag auf meinem Einkaufswagen gelandet ist, habe ich ganz normal selbst bezahlt. Ich bin einfach eine zufriedene Kundin – und schreibe deshalb genauso gerne über den Ort, wie ich dort Pflanzen einkaufe.
Eigentlich.
Denn wer schon einmal mit einer konkreten Einkaufsliste in eine gut sortierte Gärtnerei gegangen ist, weiß vermutlich, wie zuverlässig solche Pläne funktionieren.
Ein Gartentag, an dem es um mehr als Pflanzen ging
Die Gartenzentrale Appel liegt im Westen Darmstadts auf dem sogenannten Griesheimer Sand und ist für mich ohnehin einer dieser Orte, an denen man sehr leicht länger bleibt als geplant. Der Betrieb ist aus der Tradition der Baumschule Appel hervorgegangen und wird nach eigenen Angaben seit mehr als 60 Jahren biologisch bewirtschaftet. Auf rund 12.000 Quadratmetern gibt es Gehölze, Obstbäume, Stauden, Kräuter und Wildgehölze – also ziemlich genau die Art von Sortiment, bei der meine persönliche Selbstbeherrschung regelmäßig auf die Probe gestellt wird.
Beim Gartentag kam noch einiges dazu: regionale Aussteller, Kunsthandwerk, Live-Musik, Essen, ein Kinderprogramm und sogar historische Landmaschinen. Entsprechend voll war es. Selbst jemand, der mit Garten normalerweise überhaupt nichts anfangen kann, hätte vermutlich einen ziemlich unterhaltsamen Tag gehabt.
Ich dagegen war eine Frau mit einer Mission.
Und hätte ich schalten und walten können, wie mir der Sinn stand, wäre ich wahrscheinlich mit einem ganzen Lastwagen voller Pflanzen nach Hause gefahren.
Also versuchte ich, vernünftig zu bleiben.
Ein kleiner Rundgang in Bildern
Impressionen vom Gartentag bei der Gartenzentrale Appel in Darmstadt. Fotos: Sarah Ann Ebli / Gartenformel.de
Erst einmal: eine Rose
Ganz oben auf meiner Liste stand tatsächlich eine Rose.
Nachdem mich meine Ramblerrose Paul’s Himalayan Musk in ihrem provisorischen Zuhause so positiv überrascht hat, scheint sich bei mir langsam etwas zu entwickeln, womit ich vor nicht allzu langer Zeit selbst nicht gerechnet hätte: Ich könnte zur Rosenliebhaberin werden.
Zwei Stellen im Garten habe ich inzwischen im Blick, an denen später Strauchrosen wachsen könnten. Eine Parfumrose ‘Thierry Marx’ ist bereits bestellt und soll voraussichtlich Ende Oktober eintreffen.
Für die zweite Stelle wollte ich gerne eine David-Austin-Rose.
Wenn ich nun schon anfange, mich ernsthaft für Rosen zu begeistern, dann durfte es schließlich auch ein Exemplar aus dieser englischen Züchterdynastie sein.
Und tatsächlich wurde ich ziemlich schnell fündig.
Mit nach Hause durfte ‘Olivia Rose Austin’: eine dicht gefüllte Rose in zartem Rosa, die mehrfach im Jahr blühen, eher kompakt wachsen und leicht bis mittelstark duften soll.
Ich habe große Erwartungen an sie.
Vielleicht ein bisschen zu große.
Aber das gehört wohl dazu.
Der Bleiwurz, den ich eigentlich gar nicht gesucht hatte
Die zweite Pflanze auf meinem Wagen stand auf keiner Liste.
Der Chinesische Bleiwurz, Ceratostigma plumbaginoides, hatte mich schon aus einiger Entfernung erwischt. Seine intensiv blauen Blüten wären allein schon auffällig genug gewesen. Aber zusammen mit dem leuchtend roten Herbstlaub sah er so gut aus, dass ich irgendwann mit drei Töpfen dastand.
Ein Bodendecker für Sonne bis Halbschatten – und offenbar für ziemlich viele Stellen in meinem Garten.
Denn genau da liegt inzwischen mein Problem.
Ich habe die drei Töpfe probeweise an mehreren Stellen aufgestellt und jedes Mal gedacht: Ja, genau hier.
Dann habe ich sie an die nächste Stelle getragen und wieder gedacht: Nein, eigentlich hier.
Sie sind deshalb noch immer nicht eingepflanzt.
Das passt erstaunlich gut zu einer Erfahrung, die ich in diesem Garten inzwischen häufiger gemacht habe: Nicht jede Pflanze landet beim ersten Versuch an ihrem endgültigen Platz.
Manchmal ist es offenbar schwieriger, einen guten Platz für eine Pflanze zu finden, wenn sie fast überall gut aussieht.
Und dann war da noch der Baum
Direkt nach der Rose stand noch etwas auf meiner persönlichen Agenda: ein Baum.
Ein Hochstamm sollte es werden, möglichst einer, der nicht nur für ein paar Wochen im Jahr interessant aussieht. Dunkles Laub wäre schön. Ein echter Blickfang. Und wenn alles nach Plan läuft, möchte ich ihn Mitte November pflanzen.
Bis dahin sollten unsere Erdwärmebohrungen abgeschlossen sein.
Und genau daran hängt für mich gerade erstaunlich viel.
Wenn die großen Arbeiten an dieser Stelle des Grundstücks vorbei sind, möchte ich beginnen, einen weiteren Teil des Gartens wirklich zu entwickeln. Nicht nur Pflanzen irgendwo zwischenzuparken, weil gerade Platz ist. Sondern Entscheidungen zu treffen, die bleiben dürfen.
Vielleicht ist der Baum deshalb gerade mehr als einfach nur ein Baum.
Er wäre einer der ersten Punkte im Garten, bei denen es nicht mehr um Übergang geht.
Und weil so eine Entscheidung langfristiger ist als ein Staudenbeet oder ein neuer Kübel, beschäftige ich mich inzwischen deutlich genauer mit Größe, Kronenform und Standort. In unserer Themenwelt Bäume habe ich genau diese Fragen inzwischen gesammelt.
Meine Suche beim Gartentag verlief allerdings weniger eindeutig als die Rosenwahl. Kandidaten gab es einige. Besonders hängen geblieben ist mir eine Nelkenkirsche ‘Royal Burgundy’ mit ihrem dunklen Laub.
Nach einem Gespräch mit einer Gärtnerin von der Gartenzentrale Appel, entschied ich mich am Ende trotzdem gegen einen spontanen Kauf.
Stattdessen ist nun genau der Baum bestellt worden, der möglichst viele meiner Wünsche erfüllt.
Was es geworden ist, verrate ich noch nicht.
Wenn er im späten Herbst ankommt, stelle ich ihn euch ausführlich vor – und wenn ich ihn pflanze, werde ich mich ziemlich genau an die Schritte halten, die ich bereits in meiner Anleitung zum Baum pflanzen zusammengetragen habe.
Und vielleicht ist das dann wieder so ein kleiner Moment, an dem aus meinem Baustellengarten ein Stück mehr Garten geworden ist.
Toi, toi, toi – ich hoffe sehr, dass das Wort Baustelle im nächsten Jahr immer weiter in den Hintergrund rückt.
Bis irgendwann einfach nur noch der Garten übrig bleibt.
Die Gartenzentrale Appel befindet sich in Darmstadt auf dem Griesheimer Sand und ist aus der Tradition der Baumschule Appel hervorgegangen. Nach eigenen Angaben wird dort seit mehr als 60 Jahren biologisch gewirtschaftet. Zum Sortiment gehören unter anderem Gehölze, Obstbäume, Stauden, Kräuter und Pflanzen für naturnahe Gärten. Mehr über die Gartenzentrale Appel
Sarah-Ann ist Gründerin von Contentwerte.de und die redaktionelle Stimme von Gartenformel.de. Als begeisterte Hobbygärtnerin schreibt sie über Gartenplanung, Pflanzen, Hochbeete, Bewässerung und praktische Entscheidungshilfen für private Gärten. Ihr Ziel ist es, Gartenthemen verständlich, ehrlich und alltagstauglich aufzubereiten – besonders für Menschen, die mit begrenztem Platz, Budget oder Pflegeaufwand planen.