Ein bisschen Herbst für den Baustellengarten
In „Aus Sarahs Garten“ erzähle ich von meinem ersten eigenen Gartenprojekt: nicht chronologisch, nicht perfekt sortiert, sondern anhand der Erfahrungen, Irrtümer und kleinen Erkenntnisse, die zwischen Sanierung, Alltag und Gartenträumen entstanden sind.
Der Sommer war heiß. Sehr heiß. Und irgendwann kam der Punkt, an dem ich genug hatte von Sonne, trockener Erde und diesem Gefühl, dass selbst der Garten ein wenig erschöpft aussieht.
Inzwischen habe ich richtig Lust auf Herbst. Auf Kürbissuppe und Duftkerzen, gefärbtes Laub, kühlere Abende und Pullover, die wieder aus dem Schrank dürfen. Und weil mein Garten noch immer vor allem Baustellengarten ist, wollte ich wenigstens an einer Stelle schon ein bisschen Herbst einziehen lassen.
Ein Kübel, der notfalls mit umziehen kann
Dafür habe ich einen großen Pflanzcontainer mit rund 90 Litern Volumen gewählt – ganz bewusst aus Kunststoff. Verwendet habe ich einen BigDean XXL-Pflanztopf mit rund 90 Litern bei Amazon Anzeige · Affiliate-Link · aktuellen Preis bei Amazon ansehen. Bei meiner Bestellung hatte ich dazu einen passenden Untersetzer. Ein schwerer Keramik- oder Steinkübel wäre sicher schöner gewesen. Aber hier verändert sich ständig etwas. Baumaterial kommt, Wege werden gebraucht, Dinge müssen zur Seite. Und dieser Topf lässt sich zumindest noch irgendwie von mir bewegen.
Gefüllt habe ich ihn mit toom Pflanzerde torffrei, 60 Liter Anzeige · Affiliate-Link · 12,99 € · Lieferkonditionen beim Händler prüfen und etwas COMPO® Stauden-Langzeit-Düngeperls Anzeige · Affiliate-Link · 14,99 € · zzgl. 6,90 € Versand. Da der Kübel ohnehin immer an einer Wand oder einem Zaun stehen wird, musste ich diesmal keinen perfekten Rundumblick planen. Vorderseite und Seiten sollten wirken – die Rückseite durfte einfach Rückseite bleiben.
Thrill, fill and spill – auf Herbst eingestellt
Beim Pflanzen habe ich mich am Prinzip „Thrill, fill and spill“ orientiert. Im Video beginnt alles mit meinem eigentlichen Blickfang: dem roten Lampenputzergras ‘Fireworks’. Es bringt Höhe, Bewegung und mit seinen dunklen Halmen sofort diese etwas dramatische Herbststimmung in den Kübel.
Danach wird es Schritt für Schritt voller. Das leuchtend gelbe quirlblättrige Mädchenauge setzt einen starken Kontrast zum dunklen Gras. Dazu kommen blaue Herbstastern und die auffällig gezeichnete Heuchera ‘Wild Rose’. Kleine orange eingefärbte Knospenheiden bringen noch einmal einen ganz anderen Ton hinein.
Ganz zum Schluss kommt die Mühlenbeckia. Sie wächst nicht nach oben, sondern darf über den Rand fallen und macht genau das, was mir bei solchen großen Kübeln oft fehlt: Sie verbindet die Bepflanzung optisch mit dem Gefäß und lässt das Ganze weniger ordentlich und dafür ein bisschen üppiger wirken.
Diesmal durfte es ruhig etwas zu viel sein
Normalerweise würde ich Stauden in einem großen Kübel mehr Platz lassen. Diesmal habe ich sie bewusst ziemlich eng gesetzt. Wir sind im Herbst, mit riesigen Wachstumsschüben rechne ich nicht mehr – und der Container sollte von Anfang an fertig aussehen.
Das Schöne daran: Die meisten Pflanzen sind nicht für immer für diesen Topf bestimmt. Wenn ihre Arbeit als Herbstdekoration getan ist, können die winterharten Stauden später in meine Beete umziehen. Nur beim Lampenputzergras ‘Fireworks’ sieht die Sache anders aus. Es ist bei uns nicht zuverlässig winterhart und wird wahrscheinlich nur bis zu den ersten Frösten alles geben.
Und natürlich fallen mir jetzt schon andere Varianten ein
Ein winterhartes Gras hätte gut funktioniert. Ein kleines Hortensienstämmchen vermutlich auch. Zierkohl oder Scheinbeeren hätten dem Kübel wieder einen völlig anderen Charakter gegeben.
Aber genau deshalb mag ich solche Pflanzungen. Es gibt nicht die eine richtige Kombination. Meine ist groß, ziemlich üppig und vielleicht ein bisschen dramatisch geworden. Vor dem eher unfertigen Hintergrund des Gartens gefällt mir das erstaunlich gut.
Ringsherum ist noch Baustelle. Aber mittendrin steht jetzt wenigstens ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass eine neue Jahreszeit beginnt.
Und ich freue mich darauf. Ihr auch?
Passende Pflanzen für einen ähnlichen Herbstkübel
Zwei der verlinkten Angebote entsprechen Pflanzen, die ich tatsächlich verwendet habe. Bei der Knospenheide handelt es sich um eine farblich passende Alternative – nicht um exakt mein Exemplar.
Lampenputzergras „Fireworks“ · 2 Pflanzen
Genau diese Sorte bildet in meinem Kübel den hohen, dunklen Mittelpunkt. Laut Händler wächst sie buschig und erreicht mit den Blütenrispen bis etwa 100 cm.
Bio Mühlenbeckia complexa · 12-cm-Topf
Die feinen Triebe eignen sich gut für den Kübelrand und können locker über das Gefäß hängen. Genau diese Funktion übernimmt die Mühlenbeckia auch in meiner Pflanzung.
Calluna „Burning Up Down Girl®“
Nicht exakt die von mir verwendete Knospenheide, aber eine aktuell verfügbare Calluna mit feuriger Herbstfärbung und unterschiedlichen Wuchsformen in einem Topf.
Produktdaten, Bilder und Preise basieren auf aktuellen Händlerangaben. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben beim jeweiligen Händler. Bei Amazon wird bewusst kein fester Preis angezeigt.
Sarah-Ann ist Gründerin von Contentwerte.de und die redaktionelle Stimme von Gartenformel.de. Als begeisterte Hobbygärtnerin schreibt sie über Gartenplanung, Pflanzen, Hochbeete, Bewässerung und praktische Entscheidungshilfen für private Gärten. Ihr Ziel ist es, Gartenthemen verständlich, ehrlich und alltagstauglich aufzubereiten – besonders für Menschen, die mit begrenztem Platz, Budget oder Pflegeaufwand planen.
