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Gewinner und Verlierer aus meinem Gartenjahr 2026

Gartenformel Sarah-Ann · Gartenjahr 2026 · 7 Min. Lesezeit
Astilbe „Dark Side of the Moon“ im Vergleich zwischen gewünschter üppiger Blüte und tatsächlichem schwachem Wuchs im Garten
Aus meinem Garten

Zwei Pflanzen könnten mein Gartenjahr 2026 kaum besser zusammenfassen: Die Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘ hat sich vom unscheinbaren Neuzugang zu meiner absoluten Lieblingspflanze entwickelt. Die Astilbe ‚Dark Side of the Moon‘ dagegen wollte trotz Kompost, Dünger, Wasser und mehrerer Standortversuche einfach nicht richtig bei mir ankommen.

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Inhalt
  1. Mein Gartenjahr 2026
  2. Gewinnerin: Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘
  3. Verliererin: Astilbe ‚Dark Side of the Moon‘
  4. Was ich aus beiden gelernt habe

Mein Gartenjahr 2026: viel Neues, viel Ausprobieren

Es gibt Pflanzen, bei denen man nach wenigen Wochen weiß: Die dürfen bleiben. Und dann gibt es solche, um die man sich bemüht, die man umsorgt, beobachtet, umpflanzt und immer wieder hoffnungsvoll betrachtet – und die einem trotzdem ziemlich deutlich zeigen, dass sie sich im eigenen Garten nicht besonders wohlfühlen.

In meinem Baustellengarten sind in diesem Jahr sehr viele neue Pflanzen eingezogen. Das Grundstück war lange vernachlässigt worden, der Boden entsprechend mager. Hier in der Oberrheinischen Tiefebene ist er außerdem eher sandig und sauer. Vor den Pflanzungen habe ich deshalb reichlich Kompost und Pflanzerde eingearbeitet und die Stauden und Rhizome mit Stauden-Langzeitdünger versorgt.

Auch an Wasser sollte es eigentlich nicht mangeln. Ein festes Bewässerungssystem gibt es im Baustellengarten noch nicht – dafür ist hier einfach noch zu viel im Werden –, aber ich gieße von Hand und achte besonders bei neuen Pflanzen darauf, dass sie ausreichend versorgt sind.

Trotzdem könnten die Erfahrungen mit zwei Pflanzen kaum unterschiedlicher sein: Die Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘ hat sich zu meiner absoluten Gewinnerin entwickelt. Bei der Astilbe ‚Dark Side of the Moon‘ beruht die Liebe dagegen bislang leider nicht auf Gegenseitigkeit.

Meine Gewinnerin: Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘

Drei Exemplare der Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘ hatte ich Anfang Mai in ein sonniges Staudenbeet gepflanzt. Dort stehen außerdem diverse pinke Gaura sowie verschiedene andere Stauden und Sträucher. Der Platz bekommt fast den ganzen Tag Sonne; erst am späten Nachmittag fällt Schatten auf das Beet.

Beim Einpflanzen waren die weißen Prachtkerzen vielleicht 20 Zentimeter hoch. Die pinken Gaura legten ziemlich schnell los. Nach einigen Wochen hatten sie sichtbar an Umfang gewonnen und erste Blüten geöffnet, die Bienen und Schmetterlinge anzogen. Die weißen Exemplare machten dagegen erst einmal – nichts.

Sie sahen gesund aus, deshalb hatte ich keine Sorge, dass sie nicht angewachsen wären. Aber irgendwann hatte ich mich innerlich damit abgefunden, dass ich in diesem Sommer wohl nicht mehr allzu viel von ihnen sehen würde. Auch gut. Sie sollten sich ruhig etablieren, kräftige Wurzeln bilden und hoffentlich gut durch ihren ersten Winter kommen. Im nächsten Jahr könnten sie dann zeigen, was in ihnen steckt.

Prachtkerze – Gaura 'weiß' im Garten im Verlauf von Mai, Juli und August

Nur hatten die Pflanzen offensichtlich andere Pläne. Gegen Ende Juni erschienen plötzlich lange neue Triebe und erste Knospen. Und sobald das Wachstum eingesetzt hatte, ging alles erstaunlich schnell. Die Triebe wurden allerdings so lang und weich, dass sie besonders nach dem Gießen dazu neigten, ziemlich flach auf dem Boden zu liegen. Um ihnen eine etwas aufrechtere Struktur zu geben, habe ich Staudenstützen eingesetzt.

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Anfang Juli öffneten sich schließlich die ersten weißen Blüten. Von diesem Moment an kannte die Gaura kaum noch ein Halten. Sie wurde buschiger, bildete immer neue lange, elegante Triebe und war bald übersät mit weißen Blüten.

Genau diese Wirkung liebe ich inzwischen besonders. Die Pflanze hat etwas wunderbar Verspieltes, fast Märchenhaftes. Ihre langen Triebe stehen nicht streng im Beet, sondern bewegen sich bei jedem kleinen Windhauch. Die weißen Blüten scheinen dabei eher über den Nachbarstauden zu schweben, als wirklich an ihnen vorbeizuwachsen. Zwischen den kräftigeren Blattformen und den pinken Gaura entsteht dadurch eine leichte, fast zufällige Gartenstimmung – nicht ordentlich im klassischen Sinn, sondern lebendig, locker und ein bisschen verträumt.

Passenderweise ist die Pflanze auch ständig von Leben umgeben. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge besuchen die Blüten regelmäßig. Wenn du deinen Garten gezielt attraktiver für Bestäuber machen möchtest, findest du dazu weitere Ideen im Ratgeber Bestäubende Insekten im Garten ansiedeln. Besonders überrascht hat mich außerdem ihre Größe. Angegeben war meine Gaura mit einer Wuchshöhe von ungefähr 80 Zentimetern. In meinem Garten hat sie das deutlich übertroffen. Die größten Exemplare dürften inzwischen eher bei rund 130 Zentimetern liegen.

Und dann kam dieser extrem heiße und trockene Sommer. Während andere Pflanzen sichtbar mit den Temperaturen kämpften, schien die Prachtkerze davon erstaunlich wenig beeindruckt. Sie wuchs einfach weiter, wurde voller und produzierte unermüdlich neue Blüten. Selbst die abgeblühten Blütenstände gefallen mir: Sie verfärben sich zunächst leicht rosa, bevor sie abfallen und neuen Knospen Platz machen. Auf dem Boden stören die kleinen abgefallenen Blüten überhaupt nicht. Sie verschwinden schnell zwischen den Pflanzen.

Der Pflegeaufwand ist bisher ausgesprochen gering. Abgesehen von den Staudenstützen, regelmäßigem Gießen während trockener Phasen und einem späteren Rückschnitt verlangt sie kaum Aufmerksamkeit. Kurz gesagt: Ich bin begeistert. Die Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘ ist für mich die Gewinnerpflanze meines Gartenjahres 2026.

Meine Verliererin – oder vielleicht bin ich es: Astilbe ‚Dark Side of the Moon‘

Wo es Gewinner gibt, gibt es leider auch Verlierer. Wobei ich in diesem Fall wahrscheinlich eher mich selbst dazuzählen muss. Denn ich hätte mir wirklich gewünscht, die Astilbe ‚Dark Side of the Moon‘ dauerhaft in meinem Garten anzusiedeln.

Schon auf Bildern fand ich sie außergewöhnlich: dichtes dunkelviolettes bis braunschwarzes Laub und darüber zur Blütezeit lange Stiele mit beerigen Knospen, aus denen sich fedrige rosa Blüten entwickeln. Zwischen grünen Stauden hätte dieses dunkle Laub einen wunderbaren Kontrast bilden können.

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Im April und Mai setzte ich insgesamt sechs Rhizome in zwei Dreiergruppen in eine halbschattige Staudenrabatte nahe eines alten Flieders. Auf dem Papier klang der Standort passend. In der Realität entwickelten sich beide Gruppen allerdings sehr unterschiedlich.

Die Pflanzen, die etwas mehr Sonne bekamen, wuchsen deutlich besser. Bei der schattigeren Gruppe zeigte sich zunächst fast gar nichts. Irgendwann legte ich deshalb die Wachstumspunkte der Rhizome etwas frei. Tatsächlich setzte danach auch dort Austrieb ein – nur blieb er ausgesprochen zurückhaltend.

Während die etwas sonniger stehende Gruppe immerhin ungefähr 25 Zentimeter erreichte und langsam etwas mehr Laub entwickelte, blieben die anderen Exemplare bei kaum zehn Zentimetern stehen. Eine Pflanze aus der sonnigeren Gruppe machte sogar Anstalten, einen ersten Blütenstängel zu bilden. Für einen Moment dachte ich, jetzt hätten wir vielleicht doch zueinandergefunden.

Dann kam die erste große Hitzewelle. Die zarten Pflanzen wurden regelrecht gebraten. Einige Blätter verbrannten vollständig, bei einzelnen Pflanzen musste ich alles Geschädigte zurückschneiden. Immerhin überraschten sie mich noch einmal: Rund zwei Wochen später erschien tatsächlich frischer Austrieb. Aufgegeben hatten sie also nicht. Über das Stadium des spärlichen Wachstums kamen sie trotzdem nicht hinaus.

Die schattiger stehende Gruppe hatte ich inzwischen an einen etwas helleren Platz umgesetzt. Volle Sonne wollte ich ihnen jedoch keinesfalls zumuten. Schon die bisherigen Erfahrungen zeigten ziemlich deutlich, dass sie Hitze und Trockenheit nur schlecht wegsteckten.

Und genau darin liegt mein eigentliches Problem mit dieser Pflanze: Im Schatten scheint ihr Licht zu fehlen, an sonnigeren Stellen bekommt sie Schwierigkeiten, ausreichend Feuchtigkeit zu halten. Von ursprünglich sechs Rhizomen sind inzwischen noch vier Pflanzen übrig. Schönreden kann ich ihren Zustand nicht – sie sehen ziemlich erbärmlich aus.

Vielleicht gibt es im nächsten Jahr eine Revanche

Ganz aufgegeben habe ich die Astilben trotzdem nicht. Die letzten vier bleiben im Boden. Vielleicht schaffen sie den Winter, kommen im Frühjahr kräftiger zurück und profitieren davon, bereits eingewurzelt zu sein.

Vielleicht wird der nächste Sommer milder. Vielleicht finde ich doch noch genau den Standort, an dem Licht und Bodenfeuchtigkeit für sie zusammenpassen. Und möglicherweise versuche ich es sogar noch einmal mit neuen Exemplaren. Denn genau das gehört für mich inzwischen zum Gärtnern dazu: Nicht jede Pflanze funktioniert dort, wo man sie gerne hätte.

Die Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘ hat mich in diesem Jahr gelehrt, einer unscheinbaren jungen Pflanze etwas Zeit zu geben. Die Astilbe erinnert mich daran, dass man selbst mit Vorbereitung, Kompost, Dünger, Wasser und viel Aufmerksamkeit nicht alles erzwingen kann.

Und vielleicht ist gerade das der Grund, warum ein Garten nie wirklich fertig wird.

Mein Fazit 2026

Gewinnerin: Prachtkerze – Gaura ‚weiß‘ – leicht, verspielt, hitzetolerant und in meinem Garten überraschend groß.
Verliererin: Astilbe ‚Dark Side of the Moon‘ – wunderschön in der Theorie, bei mir bisher aber zu empfindlich für die Kombination aus Hitze, Trockenheit und wechselnden Lichtverhältnissen.

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Produktdaten, Bilder und Preise basieren auf aktuellen Händlerangaben. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben beim jeweiligen Händler. Die Produkte wurden passend zum Inhalt ausgewählt und nicht in einem eigenen Praxistest miteinander verglichen.

Sarah-Ann
Redaktion Gartenformel
Sarah-Ann

Sarah-Ann ist Gründerin von Contentwerte.de und die redaktionelle Stimme von Gartenformel.de. Als begeisterte Hobbygärtnerin schreibt sie über Gartenplanung, Pflanzen, Hochbeete, Bewässerung und praktische Entscheidungshilfen für private Gärten. Ihr Ziel ist es, Gartenthemen verständlich, ehrlich und alltagstauglich aufzubereiten – besonders für Menschen, die mit begrenztem Platz, Budget oder Pflegeaufwand planen.

Zuletzt aktualisiert · September 2026

2 Kommentare zu „Gewinner und Verlierer aus meinem Gartenjahr 2026“

  1. Hallo Sarah-Ann, sehr unterhaltsamer und informativer Blogbeitrag. „Ein Garten ist nie fertig „dies würde ich nach rund 15 Jahren gärtnern auch so unterschreiben. Bei mir entwickeln sich Astilben sehr gut, während Prachtkerzen eher schwach wachsen. Also es geht – sie entwickeln sich schon und gehen nicht ein. Sie wachsen aber weitem aber nicht so, wie ich es erwarten würde und auf (fremden) Bildern sehe. Die relevanten Gartenflächen sind allerdings die meiste Zeit des Tages im Schatten. Viele Grüße C.

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